Baulexikon

BAULEXIKON  FÜR  BAUHERREN

 3-Liter-Haus
…Diese Niedrigenergiehäuser haben einen Jahres-Primärenergiebedarf  von weniger als 35 kWh/(m²a). Dies entspricht dem Verbrauch von ca. 3 Litern Heizöl je Quadratmeter Nutzfläche und Jahr. „3-Liter-Häuser“ unterbieten damit die Grenzwerte der EnEV deutlich und tragen damit nachhaltig zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz bei.

Akustische Entkopplung
…wird durch die Trennung der einzelnen Schichten eines mehrschaligen Bauteils oder die Trennung von Bauteilen erreicht. Dadurch wird die unmittelbare Tritt-, Körper- und Luftschallübertragung stark eingeschränkt.
So ist beispielsweise ein Fließestrich umfassend in Dämmung gebettet, um an keiner Stelle direkt die Wände oder Decke zu berühren und damit Schallwellen zu übertragen.

A/V- Verhältnis
…ist der Indikator für die Kompaktheit eines Gebäudes. Er ist Grundlage für die energiewirtschaftliche Betrachtung und die Wärmeschutzberechnung. Es beschreibt das Verhältnis der wärmeübertragenden Außenfläche (A) zum beheizten Volumen (Ve). Je kleiner das Verhältnis ist, desto geringer sind die Transmissionswärmeverluste.
Die geometrisch kompakten Körper Kugel und Würfel haben also den geringsten Wärmeverlust. In der Praxis stellte sich jedoch heraus, dass ein liegender Quader, aufgrund der Möglichkeit größere Solare Wärmegewinne zu erzielen, die energetisch günstigere Bauform ist.

Ausbauhaus
Für Bauherren, die gerne viele Eigenleistungen einbringen und Geld sparen wollen, bietet sich ein Ausbauhaus an. Bei einem Ausbauhaus wird ein Teil vom Bauunternehmen fachlich und handwerklich professionell durchgeführt und ein Teil der Arbeiten übernimmt der Bauherr selbst.

Bauabnahme
Eine Bauabnahme ist eine von der Baubehörde erteilte Erlaubnis zur Nutzung eines Gebäudes. Der Rohbau wird mit einem Zwischenbescheid baurechtlich abgenommen und zum Ausbau freigegeben.

Baugenehmigung
Da ohne eine schriftliche Erklärung der zuständigen Baubehörde die Errichtung, die Veränderung oder der Abriss von Gebäuden nicht gestattet ist, wird ein entsprechender Antrag bei der zuständigen Behörde eingereicht. Die Behörde prüft, ob dem Bauvorhaben derzeit geltende öffentlich-rechtliche Vorschriften nicht entgegenstehen, beispielsweise Auflagen nach dem Bebauungsplan. Die einzureichenden Unterlagen umfassen neben dem Antrag auf Baugenehmigung, Baubeschreibung, Baupläne, Lageplan und Berechnungen.

Bebauungsplan
In einem Bebauungsplan (auch B-Plan genannt) werden durch die Gemeinde bestimmte Vorgaben zur baulichen Gestaltung rechtlich verbindlich festgelegt. Unter anderem werden die Art der Nutzung, die Anzahl der Stockwerke, die Wahl der Baustoffe, der Fensterformate, der Dachneigung festgeschrieben. Der freien Gestaltung sind somit Grenzen gesetzt, da jedes Bauvorhaben von den gemeindlichen Baubehörden unter anderem auf die Einhaltung des Bebauungsplans geprüft wird.

Betondachsteine
Betondachsteine werden durch Mischen von Zement, quarzhaltigem Sand und Wasser hergestellt. Die Oberfläche der meisten Betondachsteine ist mit einer Acrylatbeschichtung auf Wasserbasis veredelt. Betondachsteine werden bei 60 Grad sechs bis acht Stunden lang spezialgetrocknet. Danach erfolgt die endgültige Aushärtung durch die Lagerung im Freien.

Bewehrung
Die Bewehrung sind Einlagen aus Stahl im Beton und sind je nach Anforderung als Stäbe, Geflecht oder Matte ausgebildet. Die Bewehrung erhöht deutlich die Belastbarkeit der damit ausgestatteten Bauteile.

Bitumenbahn
Die Bitumenbahn wird als Feuchtesperre auf dem Fundament in ein dünnes Mörtelbett dort verlegt, wo das Mauerwerk entstehen soll. Damit wird verhindert, dass die Mauersteine von unten Feuchtigkeit „saugen“ können.

Blower Door Test
…wird zur Prüfung der Luftdichtheit eines Gebäudes angewandt. Durch einen Ventilator wird ein Über- bzw. Unterdruck zwischen dem Gebäudeinneren und der Außenluft von 50 Pa erzeugt, wodurch man einen n50-Wert erhält, der die resultierenden Volumenströme über Fugen oder Fehlstellen bewertet. Besonders im Rohbau des Holzrahmenbaus wird dieser Test sehr empfohlen, da dadurch etwaige Ausführungsfehler rechtzeitig behoben und spätere Tauwasserschäden durch Undichtigkeiten ausgeschlossen werden können.

Dachziegel
Tondachziegel gibt es seit über vier Jahrtausenden. Ziegel aus gebranntem Ton bestehen aus natürlichen Rohstoffen unserer Erde, die schonend und umweltfreundlich verarbeitet werden.

Dampfbremse
…Die Dampfbremse ist das sensibelste Detail im Holzrahmenbau. Sie verhindert, dass an kalten Wintertagen warme feuchte Luft in die Außenwand oder das Dach eindringt und es dort zum Tauwasserausfall kommt. In diesem Fall würden die Bauteile durchfeuchten und wären idealer Lebensraum für alle Arten von Schädlingen. Die Dampfbremse ist damit Teil des baulichen Holzschutzes und macht das Behandeln der Holzkonstruktion mit giftigen Holzschutzmitteln unnötig. Noch im Rohbau wird ein so genannter „Blower-Door-Test“ durchgeführt, um die nötige Luftdichtheit des Gebäudes sicher zu stellen.

Drainage
Eine Drainage wird in bindigen Böden oder in Hanglagen benötigt. Um das Fundament bzw. um das Kellermauerwerk werden gelochte Rohre in einem Kiesbett rund um das Haus mit leichtem Gefälle verlegt. Drainagerohre nehmen das drückende Wasser aus dem Erdreich auf und leiten dieses in die Regenwasser-Kanalisation bzw. in einen Regenwassertank weiter. Dadurch wird ein Durchfeuchten des Mauerwerks verhindert und das Wasser kontrolliert abgeleitet.

Drempel
Der fachliche Ausdruck „Drempel“ bezeichnet die an der Traufseite eines Hauses aufgemauerte Außenwandkonstruktion. Es ist die senkrechte Wand am Ende unten an der Schräge des Daches – eigentlich die Verlängerung der Hausaußenwand nach oben unter das Dach – auf der die Dachkonstruktion aufgelegt ist.

Energie- und Wärmebedarfsausweis
…macht wesentliche Aussagen über den zu erwartenden Energiebedarf und dient zum Nachweis des Erfüllens der Anforderungen der EnEV und zu mehr Transparenz bei der Bewertung von  Gebäuden. Insbesondere beinhaltet der Energie- / Wärmebedarfsausweis spezifische Werte des Transmissionswärmeverlustes, der Anlagen für Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftung, des Energiebedarfs nach einzelnen Energieträgern und des Jahres-Primärenergiebedarfes.

Energiebedarf – Verbrauch
…der Energiebedarf wird nach Richtlinien und normierten Randbedingungen der EnEV rechnerisch ermittelt und bietet eine Vergleichsebene zum Bewerten von Gebäuden. Der tatsächliche Energieverbrauch kann jedoch erheblich vom berechneten Bedarf abweichen, da tatsächliche klimatische Bedingungen, Betriebsweise der Anlagentechnik und Nutzerverhalten vorher nicht erfassbar sind.

EnEV
…ist die Abkürzung für die Energieeinsparverordnung vom 1. Oktober 2009 und damit das gültige Regelwerk, das Anforderungen hinsichtlich der Begrenzung des Heizwärmebedarfes für die Beheizung und Warmwasserbereitung von Gebäuden stellt und damit den nötigen Jahres-Primärenergiebedarf begrenzt. Im Vergleich zu der EnEV 2007 soll der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser in Wohn- und Nichtwohngebäuden um durchschnittlich 30 Prozent sinken. Für Neubauten muss die Wärmedämmung der Gebäudehülle im Durchschnitt 15 Prozent effizienter sein als bisher.
Für Altbauten: Werden größere bauliche Maßnahmen an der Gebäudehülle durchgeführt – wie das Dämmen der Wände oder der Austausch von Fenstern – müssen die neuen Bauteile einen um 30 Prozent besseren energetischen Wert erreichen als bisher gefordert. Alternativ kann der Haussanierer dafür sorgen, dass der Jahresprimärenergiebedarf des gesamten Gebäudes um 30 Prozent sinkt. Dafür müsste neben einer energieeffizienten Gebäudehülle eine moderne Heizungsanlage eingebaut werden.

Erdwärme
…ist im Erdinnern entstehende und gespeicherte Wärmeenergie, die als Energiequelle genutzt wird. Anlagen zur Nutzung der Erdwärme lohnen sich vor allem in Gegenden mit besonders günstigen geologischen Voraussetzungen wie z. B. heißen Tiefenwässern. Durch Niedrigenergiehaus-Bauweise in Verbindung mit Wärmepumpentechnik kann jedoch fast überall wirtschaftlich und hinreichend Erdwärme nutzbar gemacht werden.

Estrich
Estriche dienen überwiegend zur Aufnahme des den nachfolgenden Belags. Sie gleichen die Unebenheiten des Untergrundes aus und erfüllen mit entsprechender Unterdämmung auch wärme- und schallschutztechnische Funktionen. Abhängig von den Anforderungen werden Estriche auf einen tragenden Untergrund direkt im Verbund oder auf Trenn- oder Dämmschichten verlegt.

Fenster
…weisen in der Regel das geringste Dämmniveau der Außenbauteile auf (Transmissionswärmeverluste), allerdings lassen sich erhebliche Solaren Wärmegewinne mit ihnen erzielen. Bei den Fenster wirkt sich die Änderung von k-Wert zu U-Wert für die Energiebilanzierung eines Gebäudes besonders aus. Wurde nach der WSchVo’95 noch ausschließlich mit dem U-Wert der Verglasung gerechnet (U = 1,1 W/(m2K)), wird heute der deutlich schwächere Rahmen mit einbezogen und es ergeben sich für das gleiche Fenster, je nach Rahmentyp merklich schwächere Werte (U = 1,5-2,5 W/(m2K)). Im Vergleich dazu besitzt eine moderne Außenwand einen U-Wert von etwa 0,2 W/(m2K).

Feuerwiderstandklasse F 30-B
…heißt, dass brennbare (B) Wände, Decken und Dächer (F) einem definierten „Norm-Brand“ mindestens 30 Minuten (30) Stand halten. Sie bewahren dabei ihre Tragfähigkeit und verhindern den Branddurchschlag in den Nachbarraum.

Fundament
Das Fundament trägt das darauf errichtete Bauwerk sicher und verhindert, dass Erdbewegungen oder Setzungen Risse im Mauerwerk auslösen. Es muss gegen Grund- und Sickerwasser geschützt sein und unterhalb der Frostgrenze des Erdreichs liegen, um ein Zusammenziehen bei Frost und eine Ausdehnung bei Tauwetter zu vermeiden.

Hintermauerwerk
Beim zweischaligen Mauerwerk ist das die hintere Mauer, die tragende Wand, während der Verblender den Witterungsschutz übernimmt. Zwischen beiden Wänden ist Dämmstoff oder eine Luftschicht, die den Wärmeschutz übernimmt

Innenputz
Innenputze haben eine glatte Oberfläche, sind durchlässig für Wasserdampf und geeignet für Innenanstriche sowie für das Anbringen von Tapeten. Der übliche Innenputz besteht aus einem Spritzbewurf, dem Unter- und dem Oberputz.

Kalksandstein
Kalksandstein wird aus den natürlichen Rohstoffen Kalk, Sand und Wasser mit geringem Energiebedarf hergestellt. Verschiedene Rohdichten und Druckfestigkeitsklassen für tragendes und nichttragendes Mauerwerk, vom Kleinformat über den großformatigen Systembau bis zu vorgefertigten Mauertafeln, zeigen die umfangreichen Einsatzmöglichkeiten. Weiter Informationen zum Kalksandstein finden Sie auch unter www.Kalksandstein.de.

Klinker
Klinker sind Ziegel, die bei besonders hohen Temperaturen gebrannt wurden und sich aus diesem Grund durch Härte und Dichtigkeit des Materials auszeichnen. Die daraus folgende Beständigkeit gegen Verwitterung begünstigt die Verwendung als Verblendmauerwerk.

Konterlattung
Die Konterlattung ist bei einer Verkleidung der Wand oder Decke mit Bauplatten oder ähnlichem unbedingt erforderlich, um als Unterkonstruktion für eine Hinterlüftung zu sorgen und um eventuelle Unebenheiten ausgleichen zu können.

KWH/(M² A)
…“Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr“ ist die Einheit des (Wärme-)Energiebedarfs/-verbrauchs eines Gebäudes. Sie setzt sich aus der benötigten/verbrauchten Energie (W kWh) eines Jahres (t a) im Verhältnis zur Nutzfläche (AN m²) zusammen.

Luftdichtigkeit
…wurde im Zuge der EnEV ein zentraler Begriff im Hochbau und wird in der DIN V 4108-7 definiert. Darin wurden nämlich die Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden zur Vermeidung unnötiger Wärmeverlustes stark angehoben. Leider kam es in den vergangenen Jahren in nach diesen Anforderungen sanierten und neu gebauten Häusern zu einer Vielzahl von vermeidbaren Bauschäden, die neben unsachgemäßer Ausführung auch auf falsches Nutzungsverhalten bzw. fehlende Aufklärung darüber entstehen konnten.
Weiterhin verhindert die Luftdichtheit speziell im Holzbau das Eindringen von Raumluft mit einer hohen absoluten Luftfeuchtigkeit in die Außenbauteile und somit die Tauwassergefahr (Dampfbremse). Auch Zugluft in den Räumen wird verringert.
Die Luftdichtheit eines Gebäudes wird durch den Blower-Door-Test festgestellt.

Luftfeuchtigkeit
…ist der Wasserdampfgehalt der Luft. Er ist stark temperaturabhängig und schwankt zwischen 0 und 4 Volumenprozent bis es zur Sättigung der Luft kommt. Die Luftfeuchtigkeit wird angegeben als Absolute in Gramm Wasserdampf je Kubikmeter Luft g/m3 und als Relative, die das Verhältnis von absoluter Luftfeuchtigkeit zu der für die herrschende Temperatur bei Sättigung möglichen maximalen Luftfeuchtigkeit in Prozent. Zu hohe Luftfeuchtigkeiten sorgen für ungesundes Klima im Haus und können bei Tauwasserausfall Bauschäden hervorrufen.

Lüftungsanlage
…Die Bandbreite der Ausstattung einer mechanisch betriebenen Lüftungsanlage reicht vom einfachen Ventilator zur Abluftansaugung bis hin zu hoch komplexen Heiz-Systemen mit Wärmepumpentechnik unterstützter Wärmerückgewinnung, Pollenfiltern und feuchtigkeitsregulierenden Zusatzgeräten.
Ziel aller ist es jedoch für ein behagliches und gesundes Raumklima zu sorgen und die Lüftungswärmeverluste zu minimieren. Zudem zwingt eine Lüftungsanlage zur hinreichenden Lüftung des Gebäudes und verhindert so die Gefahren der nötigen Luftdichtheit.

Lüftungswärmeverlust
…sind Wärmeverluste die durch die Raumlüftung auftreten. Hierbei können große Differenzen durch die Art der Lüftung auftreten. Beispielsweise kann bei Fensterlüftung dauerhaftes Ankippen zum Auskühlen des Raumes und der Bauteile und zu Tauwasserausfall führen, mehrmalige Stosslüftung hingegen bewirkt einen raschen Luftwechsel ohne Bauteile und Einrichtung abzukühlen. Kontrollierte Be- und Entlüftung via Lüftungsanlagen vermeidet solche Probleme und kann zudem mit Wärmerückgewinnungssystemen versehen werden, um die Lüftungswärmeverluste zu minimieren.

Massivbauweise
Unter Massivbauweise versteht man das Bauen mit Beton- und Leichtbetonfertigteilen, Transportbeton und Mauerwerk aus Ziegel, Kalksandstein, Beton- und Leichtbetonsteinen. Gebäude in Massivbauweise zeichnen sich durch lange Lebensdauer nahezu ohne Wartungsarbeiten, durch ein behagliches Raumklima und eine lange Wertbeständigkeit aus.

Mauerwerksverband
Die Versetzung der Stoßfugen, damit das Mauerwerk stabil wird. Wände aus Mauersteinen werden nach diesem Schema, dem Verband, aufgemauert, wobei Läufer- und Bindersteine den Zusammenhalt sicherstellen. Kleinformatige Mauersteine lassen sich in verschiedenen Verbänden vermauern, die gleichzeitig der optischen Gestaltung dienen. Mauerverbände sind unter anderem Binder-, Block-, gotischer, Kreuz-, Läufer- oder märkischer Verband.

Neubaufeuchte
…Beim Mauerwerksbau sind durch den verwendeten Mörtel, Beton und Estrich nach der Rohbaufertigstellung mehrere Tonnen Wasser in den Bauteilen gebunden. Deswegen spricht man in diesem Zusammenhang in den ersten ein bis zwei Jahren nach der Errichtung vom „Trockenwohnen“, dies ist mit einem erheblichen Energieaufwand und durch die erhöhten Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden auch mit Risiken verbunden.
Beim Holzbau existiert dieses Problem in diesem Ausmaß nicht, da es bereits vor der Verarbeitung auf die sich später einstellende Feuchtigkeit herunter getrocknet wird und der sonstige Wassereintrag sich in Grenzen hält. Somit herrscht vom ersten Tag an im Gegensatz zum Mauerwerksbau ein behagliches und gesundes Klima im Holzhaus.

Niedrigenergiehaus (NEH)
…ist als Begriff nicht verbindlich definiert oder geschützt; in der Fachwelt herrscht aber dahingehend Konsens, dass diese Häuser nicht mehr als 30 bis 50 Kilowattstunden Primärenergie pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr [kWh/(m²a)] benötigen. Dies entspricht einem Verbrauch von ca. 3 bis 5 Liter Heizöl je m² und Jahr.

Nullenergiehaus
…sind energieautarke Gebäude, die keinerlei fossile Brennstoffe benötigen. Der Warmwasserbedarf und der in seltenen Fällen benötigte Heizwärmebedarf wird beispielsweise von Solar-Wasserstoffanlagen und Sonnenkollektoren bereitgestellt. Photovoltaik- oder Windkraftanlagen produzieren den gesamten Haushalts- und Nutzstrom. Nullenergiehäuser sind derzeitig vorrangig Forschungs- oder gestützte Objekte, da die hohen Investitionskosten ein solches Vorhaben in unseren Zonen unwirtschaftlich gestallten. Jedoch ist anzunehmen, dass sich auch diese Technologien, ähnlich, wie beim Passivhaus, preislich angleichen werden.

Ortgang
Der Ortgang ist der Abschluss des Daches an der Giebelseite. Speziell abgewinkelte Ortgangziegel schließen das Dach rechts und links sauber und optisch schön ab und schützen die Dachkonstruktion darunter gut vor der Witterung.

Passivhaus
…ist die konsequente Weiterführung und Optimierung von Niedrigenergie- und „3-Liter-Häusern“. Ihr Heizwärmebedarf darf 15 kWh/(m²a) bei normaler Wohnnutzung nicht überschreiten. Zu diesem Wert kommen 10 kWh/(m²a) für Haushaltsstrom und Lüftung sowie 5 kWh/(m²a) für die Warmwasserbereitung. Da Passivhäuser einen sehr geringen Heizenergiebedarf haben, kommen statt konventionellen Heizsystemen Wärmepumpenanlagen zur Anwendung. Da durch die hoch dämmenden Bauteilen eines Passivhauses die Transmissionswärmeverluste gegenüber den Lüftungswärmeverlusten stark gesunken, jedoch weitere Einsparungen möglich und nötig sind, kommt es zum Einsatz von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, um auch in diesem Bereich Einsparungen zu erzielen.

Photovoltaikanlagen
…sind Geräte, die mittels Solarzellen Sonnenstrahlung in elektrische Energie umwandeln. Durch Halbleitermaterial in den kristallinen oder Dünnschichtzellen wird absorbiertes Licht in freie Elektronen umgewandelt und dadurch ein Strom erzeugt der wiederum zu einer Gleichspannung führt. Diese wird in Wechselspannung umgewandelt und kann für den Haushalts- bzw. Nutzstrom verwandt werden.

Regenerative Energien
… — auch erneuerbare Energien genannt — sind in Energiequellen/-trägern gespeicherte Energien, die sich ständig erneuern oder nachwachsen. Regenerative Energiequellen sind nach heutigem menschlichen Verständnis unerschöpflich. Hierzu zählen: Sonnenenergie (mit den indirekten Formen Biomasse, Wasserkraft, Windenergie, Umgebungswärme etc.) sowie Erdwärme und Gezeitenenergie.

Rohbau
Der Rohbau ist dann fertig gestellt, wenn das Fundament, das Mauerwerk, die Deckenkonstruktion und der Dachstuhl errichtet wurden.

Solare Wärmegewinne (QS)
…sind Wärmegewinne eines Gebäudes die durch Sonnenstrahlen auf opaken (Wände, Dächer) und transparenten (Fenster) Bauteilen erzielt werden. Sie sind von der Himmelsrichtung und der Neigung der bestrahlten Fläche sowie von der Verschattung abhängig und fließen positiv in die Wärmebilanz eines Gebäudes ein. Neben den transparenten und den opaken Bauteilen gibt es eine weitere Gruppe, die Transparente Wärmedämmung (TWD), die, die Vorteile beider verbindet — größtmögliche Solare Wärmegewinne bei minimalen Transmissionswärmeverlusten. Bei Verwendung von TWD-Systemen muss jedoch besonders auf den sommerlichen Wärmeschutz geachtet werden, um eine Überhitzung des Gebäudes zu vermeiden.

Solarkollektoren
…bestehen aus Absorbern, welche die Sonnenwärme an ein Wärmeträgermedium (z.B. Wasser-Glykol-Gemisch) abgeben und damit Sonnenstrahlen für die Heizwärme bzw. vorrangig für die Warmwasseraufbereitung nutzbar macht.

Solarzellen – Photovoltaikanlagen
„Etwa ein Milliardstel der abgestrahlten Sonnenenergie erreicht die Erdoberfläche. Dabei liefert sie in 30 Minuten mehr Energie, als alle Menschen auf der Welt zusammen in einem Jahr verbrauchen könnten.“
Quelle: Conergy, Broschüre 2009: „Profitieren Sie von der Kraft der Sonne“
Photovoltaik ist die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie. Bei dieser Art der Energiegewinnung entstehen keine Nebenprodukte. Sie ist damit emissionsfrei und besonders umweltschonend.
Photovoltaikanlagen bestehen aus einer Vielzahl von Solarzellen, die klassisch aus Silizium hergestellt werden.  Diese Verfahrenstechnik wurde weiter entwickelt, sodass inzwischen auch andere Stoffgemische verwendet werden.
Bei Sonneneinstrahlung treffen Photonen auf die in den Solarzellen frei beweglichen Elektronen und beschleunigen diese. Dabei entsteht Elektrizität, die wiederum zu Gleichstrom führt. Dieser kann dann durch einen Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt werden.
Bei netzgekoppelten Photovoltaikanlagen wird der erzeugte Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist.
Das Erneuerbare – Energien – Gesetz (EEG) bildet die Grundlage für die Abnahme und den Verkauf des erzeugten Stroms. Der Betreiber erhält pro kWh, je nach Leistungsfähigkeit der Photovoltaikanlage, zwischen 32 und 43 Cent (Stand 2009). Die Förderung ist jetzt aber erheblich gesunken.
Mit der Investition in eine moderne Photovoltaikanlage ist man also bei der Stromerzeugung nicht nur unabhängig von fossilen Brennstoffen, man schont gleichzeitig die Umwelt und erhält für zusätzlich erzeugten Strom eine staatlich geförderte Vergütung.

Sonnenkollektor
Sonnenkollektoren, auch als Solarkollektoren bezeichnet, sammeln die Energie des Sonnenlichts. Klassisch sind es thermische Sonnenkollektoren. Sie nehmen die Energie der Sonne auf und geben sie an ein Übertragungsmedium ab, das aus Wasser und Frostschutzmittel besteht (verhindert das Einfrieren im Winter).
Zentrales Bauteil des Kollektors ist der Absorber. Dieser wandelt die Lichtenergie der Sonne in Wärme um. Über einen Wärmeträger wird die Wärme aus dem Kollektor geführt. Es kann zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung genutzt werden. Das erwärmte Gemisch zirkuliert zwischen dem Kollektor und dem Warmwasserspeicher über eine Umwälzpumpe.
Sie wird elektronisch gesteuert und schaltet sich ein, wenn die Temperatur im Kollektor höher steigt als im Warmwasserspeicher selbst. Im Speicher wird die Wärme  über einen Wärmetauscher an das Brauchwasser abgegeben.

Sparren
Als Sparren bezeichnet man die schräg gelagerten Teile einer Dachstuhlkonstruktion. Diese Balken verlaufen senkrecht zum First und tragen die Latten, an denen später die Dachziegel befestigt werden können.

Tauwasser (Kondensationswasser)
…bei Erwärmung fällt bei gleich bleibender absoluten Luftfeuchtigkeit die relative Luftfeuchtigkeit ab. Bei Abkühlung steigt dagegen auf Grund der sinkenden Sättigungswerte die relative Luftfeuchtigkeit soweit an bis sie den enthaltenen Wasserdampf nicht mehr binden kann und es zum Tauwasserausfall kommt. Im Hochbau kann es zu solchen Vorgänge auch innerhalb der Bauteile oder auf den Bauteiloberflächen (Fenster) kommen und schwere Bauschäden hervor rufen. Im Holzrahmenbau wird dies durch die Verwendung von Dampfbremsen verhindert.

Transmissionswärmeverlust
…sind Wärmeverluste der Gebäudehülle, also aller Außenbauteile. Entscheidend hierfür ist der U-Wert des Bauteils und das A/V-Verhältnis. Sie nimmt neben den Lüftungswärmeverlusten den größten Teil der Wärmeverluste eines Gebäudes ein. In der EnEV werden die Transmissionswärmeverluste in einer Nebenanforderung begrenzt, um den Standart des baulichen Wärmeschutzes nicht unter den der WSchVo’95 absinken zu lassen.

U-Wert (W/M²A)
…ist eine Kenngröße um ein Bauteil oder Baustoff in seinen Dämmeigenschaften zu bewerten. Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) gibt an, wie viel Wärmeleistung pro ein Grad Temperaturdifferenz durch einen Quadratmeter Bauteilfläche zwischen der Innen- und Außenfläche abfließt. Er wird mittels der Wärmeleitfähigkeit () und der Stoffdicke berechnet.
Der U-Wert ersetzt den aus der Vergangenheit bekannten k-Wert und wird nach neuen europäischen Rechenregeln bestimmt (siehe auch Fester).

Unterspannbahn
…ist ein Mittel das baulich Holzschutzes und dient dem Abweisen vorübergehender Feuchtigkeit auf den Holzbauteilen einer Dachkonstruktion oder einer hinterlüfteten Fassade. Zudem schützt sie die Außenoberflächen bei starkem Wind und damit vor Wärmeverlusten.

Vakuum- Isolationspaneele (VIP)
Vakuum-Isolationspaneele (VIP) sind Hochleistungswärmedämmplatten, welche bei minimaler Dicke eine extrem hohe Wärmedämmung bieten. Durch das Vakuum im Inneren der Paneele, wird der Wärmeverlust über die Luft verhindert. Bei gleichem Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) weist ein VIP damit eine 5- bis 10-fach geringere Dicke auf als herkömmliche am Bau eingesetzte Dämmmaterialien wie z.B. Polystyrol, Polyurethan, Glas- oder Mineralwolle. Herkömmliche Dämmstoffe haben im Vergleich zu VIP den Nachteil großer Schichtdicken. VIP haben eine deutlich geringere Stärke bei besseren Dämmeigenschaften.
Das Grundgerüst für die hocheffiziente Isolierwirkung der Vakuum-Isolationspaneele bildet eine hochdisperse Kieselsäure.  Zwischen den kugelförmigen nanoporösen Primärpartikeln bilden sich nur punktförmige Übergänge. Somit wird Wärmeleitung durch möglichen Festkörperkontakt weitgehend reduziert. Die entstandenen Nanoporen minimieren außerdem die Wärmeübertragung durch Konvektion. Speziell entwickelte Infrarot-Trübungsmittel reduzieren zusätzlich Wärmetransportprozesse durch Absorption und Reflektion der Strahlung.
Die Evakuierung des Werkstoffes unterbindet die Wärmeübertragung durch Konvektion vollständig. Dabei werden die Isolationspaneele in mehrlagige Barriere-Folien unter Vakuum in einem speziell patentierten Verfahren verschweißt. Derartig gefertigte Vakuum-Isolationspaneele reduzieren die Gesamtwärmeübertragung auf ein Viertel des Ausgangswertes und erzielen somit einen sehr viel höheren Wirkungsgrad als herkömmliche Isolierwerkstoffe wie Mineralfasern oder anorganische Dämmplatten.
Bei gleicher Isolierwirkung können mit VIP Schichtdicken um den Faktor 6 reduziert werden und das Gewicht verringert sich um den Faktor 2 bis 15. (Quelle: Vacu-Isotec KG, Radeberg, 2010)
Technischer Hintergrund: Dass der Wärmedämmwert mancher Materialien in einem evakuierten Raum ungewöhnlich stark gesteigert werden kann, ist schon lange bekannt.
Die Wahl des Isolationsmaterials in Kombination mit der Höhe des verwendeten Vakuums beeinflusst stark den endgültigen Dämmwert eines Vakuum- Isolationspaneels. Um das Prinzip des Vakuum-Isolationspaneels zu verstehen ist eine kurze Betrachtung der Mechanismen, die der Wärmeübertragung zugrunde liegen, notwendig.

1. Wärmeleitung
Bei der Wärmeleitung handelt es sich um die Wärmeübertragung in Feststoffen.
Erwärmt man z.B. einen Metallstab an einem Ende, so wird die Wärme zum anderen Ende weitergeleitet. Ein Wärmetransport kann aber auch in Gasen erfolgen, wenn Moleküle mit höherer Temperatur, d.h. schnellere Moleküle mit kälteren und somit langsameren Molekülen zusammenstoßen. Feststoffe besitzen eine von ihrer Atomstruktur abhängige Eigenleitfähigkeit. So sind z.B. die Metalle gute, Glas und andere Silikatmaterialien hingegen schlechte Wärmeleiter. Kleine Gasmoleküle wie Wasserstoff leiten die Wärme besser, als große Moleküle wie Sauerstoff und Stickstoff.

2. Konvektion
Wärmeübertragung durch Konvektion ist hauptsächlich bekannt bei Flüssigkeiten. Dieser Effekt ist allerdings ebenso bei Gasen zu beobachten.
Durch Wärme angeregte Moleküle geben dabei ihre Energie an kältere, also energieärmere, Moleküle weiter. Bei Gasen wie z.B. der Luft hat dies zur Folge, dass warme Luft nach oben steigt und kalte Luft nach unten sinkt.
Dadurch findet ein Energieaustausch statt. Diesen Mechanismus macht man sich zum Beispiel beim Heißluftballon zunutze.

3. Wärmestrahlung
Bei der Strahlung handelt es sich um Energieübertragung durch elektromagnetische Wellen. Auf diese Weise wird die Erde durch die Sonne erwärmt. Inwieweit ein Körper Strahlung abgeben und aufnehmen kann, hängt von seiner Atomstruktur ab.
Mit der Vakuumtechnik lassen sich alle drei Wärmeübertragungsmechanismen eindämmen. Das beste Beispiel für die Vakuumisolierung ist das üblicherweise als Thermosflasche bezeichnete Dewar-Gefäß, bei dem der Raum zwischen den beiden Wänden eines Zylinders fast vollständig (zu 99,9 %) evakuiert wird.
Da praktisch keine Gasmoleküle mehr vorhanden sind, findet keine Wärmeübertragung durch Wärmeleitung oder Konvektion statt. Das Ergebnis ist eine extrem geringe Wärmeleitfähigkeit: 0,005 W/mk (R 30) oder noch niedriger. Die Aufrechterhaltung eines solchen Druckgefälles zwischen der Außen- und der Innenseite des Gefäßes ist jedoch mit mechanischen Schwierigkeiten verbunden. Damit sind der Gestaltung solcher Gefäße und den hierfür geeigneten Materialien Grenzen gesetzt. Dazu kommt noch, dass die Wände des Zylinders absolut gas- und feuchtigkeitsundurchlässig sein müssen, weil schon eine kleine Zahl von Gasmolekülen das Isoliervermögen zunichtemachen würde. (Quelle: Vacu-Isotec KG, Radeberg, 2010).
Die Glashersteller haben das Potential des Vakuums bereits erkannt, und arbeiten an Vakuum-Fenstern: aktuell erreicht man die besten Wärmedämmeigenschaften von Fenstern durch Befüllung der Scheibenzwischenräume mit Edelgasen (z. B. Argon). Vakuum im Scheibenzwischenraum ist technisch bereits realisierbar. Für die Serienfertigung sind aber noch einige Parameter abzustimmen: die Stabilität der Glasschscheiben, die im wesentlichen durch Abmessung und Stärke bestimmt wird, muß dem Sog des Vakuums standhalten können.

Verblendmauerwerk
Rohes, unbehandeltes Mauerwerk kann mit natürlichem Stein, Riemchen oder Kalksandstein verkleidet werden. Der Vorteil des zweischaligen Aufbaus ist die Möglichkeit, zwischen dem Grundmauerwerk und dem Verblendmauerwerk Dämmstoffe zu verarbeiten.

Wärmebrücken
…sind Teilflächen der Gebäudehülle, an denen überdurchschnittlich viel Wärme verloren geht. Man unterscheidet geometrische, materialbedingte und konvektive Wärmebrücken:
a.) Geometrische: entstehen, wenn die kalte Außenfläche eines Bauteils größer ist als die Fläche zum beheizten Innenraum (z.B. bei einer Außenecke),
b.) Materialbedingte: sind Zonen an denen Baustoffe mit unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten aufeinander treffen, dadurch konzentrieren sich bestimmte Wärmeströme im Bauteil die zur Abkühlung der Innenseite führen und
c.) konvektive: sind vereinzelte Luftundichtheiten, die insbesondere bei Windanströmungen zu Lüftungswärmeverlusten oder zum Tauwasserausfall im Bauteil und damit zur Durchfeuchtung führen kann.
Neben den Energieverlusten liegt die Hauptgefahr von Wärmebrücken grundsätzlich beim Abkühlen der Innenoberflächen der Bauteile und dadurch dem Ausfall von Kondensationswasser. Die innere Oberflächentemperatur von Außenbauteilen darf 12,6°C nicht unterschreiten.

Wärmegewinne
…werden zur Reduzierung des Heizwärmebedarfs in einer Wärmebilanz ermittelt. Die Wärmegewinne setzen sich aus den internen Wärmelasten von Personen, Maschinenabwärme, Beleuchtung etc. (interne Wärmegewinne) und den solaren Wärmegewinnen zusammen.

Wärmeleitfähigkeit (W/MK)
…ist ein Maß für die Dämmeigenschaft eines Baustoffes. Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit ist, um so besser dämmt der Baustoff oder das Bauteil und um so niedriger ist sein U-Wert. Die Dämmstoffe werden entsprechend ihrer Wärmeleitfähigkeit in so genannte Wärmeleitgruppen (WLG) eingeteilt. Holz und Dämmstoffe sind schlechte Wärmeleiter, Metalle oder Beton hingegen leiten die Wärme sehr gut.

Wärmedämmstoffe
Dämmen ja, aber womit? Platten, Matten, Dämmstoff-Flocken? Materialien zur Dämmung werden aus den unterschiedlichsten Dämmstoffen und in verschiedenen Formen angeboten. Gar nicht so leicht für Hausbesitzer, da durchzublicken.

Wärmedämmstoff Calciumsilikat: Dieser relativ neue Dämmstoff besteht aus Kalk, Quarzsand, Wasser und Zellulosefasern, angeboten wird Calciumsilikat in Plattenform. Der Dämmstoff reguliert die Feuchtigkeit in Räumen und schützt vor Schimmel. Deshalb wird Kalziumsilikat oft bei der Innendämmung für Außenwände, an feuchten Stellen und zur Schimmelsanierung eingesetzt.

Wärmedämmstoff  Glaswolle: Glaswolle gehört zu den Mineralwolle-Dämmstoffen und besteht aus Quarzsand, Soda, Kalkstein und Altglas. Sie ist erhältlich als Filz, Matte oder lose Glaswolle. Dämmstoffe aus Glaswolle sind nicht brennbar und universell einsetzbar.

Wärmedämmstoff Hanf: Hanf und auch Flachs gehören zu den Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Angeboten werden sie als Filz oder Matten und vor allem bei der Dachdämmung eingesetzt.

Wärmedämmstoff Holzfaser-Dämmstoffe: Dämmstoffe aus Holzfaser sind unter den Naturdämmstoffen am weitesten verbreitet, hergestellt werden sie aus Nadelholzabfall. Holzfaser-Dämmstoffe gibt es als Platten oder lose Holzwolle.

Wärmedämmstoff Kork: Der Naturdämmstoff wird aus der Rinde von Korkeichen gewonnen. Es gibt ihn als Schüttung für Hohlräume und als Korkplatten.

Wärmedämmstoff Perlite: Das Steingranulat besteht aus vulkanischem Gestein und wird als Dämmstoff-Schüttung angeboten. Zum Einsatz kommt es zum Beispiel bei der Bodendämmung und als Kerndämmung.

Wärmedämmstoff Polyurethan-Hartschaum (PUR): PUR-Dämmstoffe bestehen aus Erdöl. Sie erreichen auch bei geringer Dicke eine gute Wärmedämmung und kommen oft bei der Aufsparrendämmung und Flachdachdämmung zum Einsatz.

Wärmedämmstoff Polystyrol- Extruderschaum (XPS): Dämmplatten aus XPS nehmen kaum Wasser auf. Deshalb kommt dieser Dämmstoff oft an Kellerwänden und unter der Bodenplatte zum Einsatz.

Wärmedämmstoff Polystyrol-Partikelschaum (EPS): Dämmstoffe aus EPS sind weit verbreitet. In Deutschland sind die weißen und grauen Hartschäume unter den Markennamen Styropor oder Neopor bekannt  Die Platten kommen bei der Dämmung von Außenwänden, Dach und Decken zum Einsatz.

Wärmedämmstoff Schafwolle: Matten, Filze oder lose Dämmstoff-Wolle aus Schafwolle verlieren auch im feuchten Zustand ihre Dämmwirkung nicht.

Wärmedämmstoff Schaumglas: Dämmstoff-Platten aus Schaumglas sind wasserdicht, druckfest und sehr beständig. Sie bestehen aus Silikat-Glas und kommen vor allem an feuchteempfindlichen Stellen wie zum Beispiel bei der Kellerdämmung zum Einsatz.

Wärmedämmstoff Steinwolle: Steinwolle gehört zu den Mineralwolle-Dämmstoffen. Sie enthält die Schmelze von Feldspat, Dolomit, Sand und Kalkstein sowie Altglas und Kunstharzbinder. Verwendung findet Steinwolle als Filz, Matte oder Dämmstoff-Flocken. Der Dämmstoff ist nicht brennbar und kommt vielfältig zum Einsatz.

Wärmedämmstoff Vakuuminsolationspaneele (VIP): Diese Dämmstoffe sind neu auf dem Markt und erreichen zur Zeit die beste Dämmwirkung, so dass die Dämmung besonders platzsparend ausfällt. Vakuumdämmplatten bestehen aus einem offenporigen Stützkern und einer hochdichten Hülle. Weil das Vakuum nicht beschädigt werden darf, ist eine genaue Planung und sorgfältige Verarbeitung der Dämmung erforderlich.

Wärmedämmstoff Zellulose: Dieser günstige Dämmstoff aus zerfasertem Altpapier ist als Schüttung oder gepresst in Plattenform erhältlich. Teilweise sind Borsalze für einen besseren Brandschutz und zur Vorbeugung gegen Schimmel zugesetzt. Die Schüttung eignet sich beispielsweise zur Dachbodendämmung.

Wärmepumpentechnik
… nutzt die in Luft, Erde oder Grundwasser gespeicherte Sonnenenergie. Mittels eines Transportmediums wird diese Wärme über Wärmetauscher beispielsweise an eine Fußbodenheizung oder Lüftungsanlage abgegeben.
Das Funktionsprinzip von solchen Anlagen ist gleich dem eines Kühlschrankes. Nur dass statt des Kühlschrankinneren der Erde Wärme entzogen wird und die „überschüssige“ Wärme an der Rückseite des Kühlschrankes der Wärmepumpentechnik als nutzbare Heizenergie dient.
Entscheidend dabei ist, dass die Wärmepumpe etwa 3/4 der Heizenergie aus der Umwelt nimmt und nur 1/4 als Antriebsenergie in Form von elektrischem Strom zugeführt werden muss.
Das Bedeutet, dass durch den Einsatz von 1 kWh elektrischer Energie für den Kompressor der Anlage etwa 4 kWh nutzbare Wärmeenergie genutzt werden können. Weiterhin werden Wärmepumpen nach den möglichen Wärmequelle unterschieden:

a.) Luft-Wasser-Wärmepumpen: die in der Außenluft und/oder der Abluft einer Lüftungsanlage enthaltene Energie wird genutzt,
b.) Wasser-Wasser-Wärmepumpe: als Wärmequelle dient beispielsweise das Grundwasser oder warme Quellen und
c.) Sole-Wasser-Wärmepumpe: Erdkollektoren oder Erdsonden entnehmen der Erde in bis zu 300m tiefe oder als großflächig in etwa einem Meter Tiefe verlegt Wärme. Da solche Anlagen nicht zur unbegrenzten Bereitstellung von Wärme fähig sind, ist es notwendig vor Allem die Transmissions- aber auch die Lüftungswärmeverluste so gering wie möglich zu halten und somit den Wärmebedarf des Gebäudes zu senken.

Wärmerückgewinnung
… bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die Weiternutzung der in der Abluft von Lüftungsanlagen enthaltenen Wärme. Dies erfolgt beispielsweise über Kreuzwärmetauscher oder Wärmepumpen.

Wärmeschutzberechnung
…wird nach den durch der EnEV geregelten erforderlichen Berechnungen für zu errichtende oder wesentlich zu ändernde Gebäude geführt. Sie macht grundlegende Aussagen über den zu erwartenden Energiebedarf und dient der Bemessung der wärmeversorgenden Anlagen und der Projektierung der Außenbauteile.
Aus der Wärmeschutzberechnung wird weiterhin der Energie-/Wärmebedarfsausweis erstellt.

Wärmeverluste
…nehmen in Mittel- und Nordeuropa großen Einfluss auf den Energiebedarf von Gebäuden. Die Dämmeigenschaften der Gebäudehülle stehen damit an erster Stelle um die Wärmebilanz zu optimieren. Diese Transmissionswärmeverluste werden unmittelbar von der Temperaturdifferenz zwischen Innen und Außen und vom U-Wert des Bauteils bestimmt. Einen weiteren Bereich nehmen die Lüftungswärmeverluste ein, die je nach Nutzerverhalten und Art der Lüftung stark schwanken können. Der verlustminimierten Bauweise sollte hierzulande demnach mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden als der Gewinnorientierten (solare Wärmegewinne).

Wärmeschutz- Verordnung 1995
…ist die Abkürzung für die Wärmeschutzverordnung von 1995 und ist damit die dritte Stufe der seit 1978 bestehenden Verordnung. Diese trifft Aussagen über die Mindestanforderungen an den Wärmeschutz von Gebäuden. Die WSchVo’95 wurde 2001 durch die Energie-Einsparverordnung (EnEV) ersetzt.
Ein nach der Mindestanforderung der WSchVo’95 gebautes Haus benötigt je nach A/V-Verhältnis und je nach Klimadaten und Nutzungsverhalten im Durchschnitt zwischen 50 bis 120 kWh Heizwärme je m² Nutzfläche und Jahr [kWh/(m²a)]. Dies entspricht einem Heizölbedarf von 7 bis 17 Liter pro Quadratmetern Nutzfläche und Jahr.